Google bestraft werbelastige Websites

Von Axel Zawierucha • Montag, 23. Januar 2012, 13:53 Uhr • Kategorie: Google, SEO

Was schon länger zu vermuten war und Matt Cutts schon auf der PubCon im November letzten Jahres bestätigt hatte, hebt Google jetzt in einem aktuellen Blogpost noch einmal hervor: Die Platzierung zu vieler Anzeigenblöcke im sichtbaren Bereich („above the fold“) kann sich negativ auf das Ranking auswirken. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Google legt zunehmend Wert auf qualitativ hochwertigen Content sowie eine positive „User Experience“. Dazu dürften Seiten, auf denen der eigentliche Inhalt erst gesucht werden muss oder kaum von den Anzeigen zu unterscheiden ist, kaum zählen. Pop-Ups und Layers sind von dieser Änderung jedoch nicht betroffen.

Natürlich betrifft das Algorithmus-Update nicht jede Seite, die im sichtbaren Bereich Werbung platziert, sonst müsste eine große Anzahl an Websites betroffen sein. Natürlich weiß auch Google, dass Anzeigen im sichtbaren Bereich oft eine besonders gute Performance erzielen – was letztendlich auch Google über das AdSense Programm zugutekommt. Laut Googles eigener Aussage betrifft das Update weniger als 1% der weltweiten Suchen und dürfte damit für die meisten Website-Betreiber irrelevant sein. Gerade Made-for-AdSense Seiten, die in erster Linie auf Werbeeinnahmen ausgelegt sind und auf denen der Content zulasten der Anzeigen geht, dürften zukünftig Besuchereinbußen erleben.

Um zu ermitteln, ob die eigene Website betroffen sein könnte, können Browser Size Tools eine gute Hilfe sein. Sie zeigen für verschiedene Bildschirmgrößen an, welche Inhalte im sichtbaren Bereich liegen. Scheint ein überdurchschnittlich hoher Anteil des sichtbaren Bereichs aus Werbung zu bestehen und ist der eigentliche Content vielleicht sogar ohne zu scrollen nicht sichtbar, sollte über ein Redesign nachgedacht werden. Nach der Überarbeitung kann es einige Wochen dauern, bis der Googlebot die Seite erneut besucht und die Änderungen registriert.

Danny Sullivan weist bei search engine land> darauf hin, dass Google selbst bei seiner Politik gegenüber Werbeanzeigen nicht besonders konsequent ist und AdSense-Nutzern die Einbindung von mehr Anzeigenblöcken schmackhaft machen möchte. Zwar wird in einem Video darauf hingewiesen, dass die Werbeanzeigen mit Vorsicht zu platzieren sind, nichtsdestotrotz treibt Google die Implementierung von Anzeigen voran. Darüber hinaus kann man sich fragen, inwieweit Google selbst seine Maßstäbe für eine gute „User Experience“ erfüllt, denn gerade die Google-Suchergebnisse füllen sich zunehmend mit Anzeigen, die eigentlich unbezahlten Suchergebnisse sind oft gerade auf kleineren Bildschirmen kaum noch im sichtbaren Bereich zu finden. Google entgegnet auf diese Kritik gelassen und weist darauf hin, dass es sich eher um Ausnahmen als um die Regel handelt und es deutlich mehr Suchergebnisseiten mit wenigen oder gar keinen Anzeigen gibt.

Eine Suchergebnisseite bei Google auf einem 15,6‘‘ Notebook-Monitor

Welche Meinung man dazu auch vertreten mag, sich mit Googles eigenen Suchergebnisseiten zu vergleichen ist aus SEO-Sicht wenig sinnvoll, da Google natürlich nicht verpflichtet ist seine eigenen Richtlinien selbst anzuwenden. Bis auf weiteres bleibt der Konzern die meistbesuchte Suchmaschine, während jeder Websitebetreiber um seine Rankings und seine Besucher kämpfen muss, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen.

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