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Contao, Drupal, Joomla! und Fokus CMS – die Angreifer

Im ersten Teil der Serie über aktuelle Entwicklungen bei Content Management Systemen befassten wir uns mit den Platzhirschen WordPress und TYPO3. Doch auch die kleineren Alternativen bieten die Möglichkeit, größtenteils auch ohne Programmierkenntnisse ansprechende Websites zu gestalten. Durch ihre unterschiedliche Ausrichtung hat auch hier jedes System seine eigenen Stärken und Schwächen. Wir nehmen im zweiten Teil Contao, Drupal, Joomla! und Fokus CMS unter die Lupe.
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Contao: Langsame Erneuerung des zuverlässigen Systems

Da TYPOlight immer als der kleine Bruder von TYPO3 verstanden wurde, firmierte sich das beliebte Content Management System Mitte 2010 unter dem Namen Contao neu. Auf diese Weise wurde nicht nur die Verwechselungsgefahr mit TYPO3 ausgeschlossen, sondern auch ein beschreibender Name (tao = bilden/erzeugen – con = content) geschaffen. Heute gibt es das CMS in Version 3 und hat sich mit dem Versionssprung von 2 auf 3 auch für die neusten Entwicklungen im Internet gewappnet. So existiert seit Version 3 ein eigenes Grid-System für Responsive Design und es wurden neue System-Elemente wie Videos und Bilder in das Hauptsystem mit aufgenommen. Auf diese Weise sind Nutzer nicht mehr auf die Unterstützung durch Plugins angewiesen, sondern können die volle Funktionalität des CMS ausschöpfen.

Nichtsdestotrotz ist eine der Stärken von Contao die aktive Community, welche ausgiebig und stets freundlich auch Anfängern den Einstieg in Contao erleichtert. Aber auch Plugins werden stetig gepflegt und auf die jeweils aktuelle Contao-Version angepasst. Neben der starken Community ist darüber hinaus aber auch die Langzeit-Unterstützung einzelner Versionen ein Pluspunkt des CMS. Obwohl die aktuelle stabile Version die Nr. 3.2 trägt und in kürze durch Version 3.3 ersetzt wird, wird auch immer noch Version 2.11 unterstützt, welche seit Anfang 2012 verfügbar ist.

Dagegen können die etwas unübersichtliche Dateiverwaltung und die standardmäßig aktivierte und schwierig zu handhabende CSS-Verwaltung zu Problemen mit Contao führen. Gerade Entwickler werden nicht auf die CSS-Steuerung des Backend zurückgreifen, weil diese den Workflow erheblich verlangsamt und zu Fehlern führen kann. Um die benötigten CSS-Dateien allerdings in einem externen Editor nutzen zu können müssen separate Einstellungen vorgenommen werden, welche wiederum den Nachteil mit sich bringen die CSS-Dateien nicht zu optimieren.

Übrigens, am 15. – 16. Mai 2014 findet die jährliche Contao Konferenz in Berlin statt. Hier treffen sich alle Interessierten für einen intensiven Austausch und die neusten Entwicklungen rund um Contao, Internet und Online Marketing.

Drupal: Der humpelnde Dinosaurier

Vor wenigen Tagen traf sich die europäische Drupal-Gemeinde zum „Drupal-Camp 2014“ in Frankfurt am Main. Hierbei diskutierten die Webentwickler größtenteils darüber, wie das System stabiler und vor allem sicherer gemacht werden kann – ein wichtiges Thema, nachdem die Website von Drupal vergangenes Jahr einem Hackerangriff zum Opfer fiel. Welche Lehren und Verbesserungen daraus gezogen wurden, wird man vermutlich im neuesten Ableger Drupal 8 sehen, welcher sich aktuell in der Entwicklung befindet. Ein Releasedatum der stabilen Version steht hier noch nicht fest.

Drupal ist in gewisser Weise ein Exot unter den Content Management Systemen – mehr als alle anderen ist es auf die soziale Komponente ausgerichtet. So lassen sich beispielsweise mit etwas Einarbeitung ganze Communities, Blognetzwerke oder Foren erstellen. Diese große Flexibilität und der Social Software Faktor machten das System zu einer beliebten Basis für große Projekte. So basiert inzwischen beispielsweise auch die Website des Weißen Hauses auf diesem CMS. Seit 2001 verfügbar, ist Drupal auch eines der dienstältesten und am weitesten entwickelten Systeme. Der größte wiederkehrende Kritikpunkt ist die fehlende Rückwärtskompatibilität. Nach einem Update auf ein neueres Major Release müssen nicht selten eingesetzte Module umprogrammiert bzw. aktualisiert werden. Dies führt in der Praxis noch oft zu Funktionseinschränkungen oder langen Wartezeiten, bis für alle Erweiterungen auch die entsprechenden neuen Versionen zur Verfügung stehen. Dies ist und bleibt auch ein wichtiges Thema für das nächste Drupal Camp.

Joomla!: Der Ruf nach der Community

Das CMS Joomla! entstand 2005 als Nachfolgeprojekt des Systems Mambo und basiert auf PHP 5 unter Verwendung von mySQL Datenbanken.

Auf den ersten Blick kommt Joomla! komplexer daher als andere CMS. Die Installation des Systems nimmt mehr Zeit und Kenntnis in Anspruch als bei den meisten Konkurrenzprodukten. Wer alle Skripte und Dateien ordnungsgemäß auf dem Server installiert hat, dem bietet sich jedoch einmal ein sehr aufgeräumtes Bild im Backend. Inhalte und Erweiterungen können schnell und selbsterklärend mit wenigen Clicks eingepflegt und installiert werden. Einen besonderen Wert legt das Entwickler-Projekt darauf, dass in allen Kerndateien, Templates und Plugins nur valides HTML und CSS erzeugt wird, was die optimale Darstellbarkeit in allen gängigen Browsern ermöglichen soll.

Anfang April erschien die Beta-Version 3.3, welche allerdings noch nicht als stabil gekennzeichnet ist. Hier haben die Entwickler explizit die Community dazu aufgerufen, sich an der Qualitätssicherung zu beteiligen, sprich auf Fehler und Sicherheitslücken zu testen. Die auffälligsten Veränderungen wird es jedoch erst mit der Version 3.4 geben, welche laut jüngst veröffentlichter Roadmap Mitte Juli 2014 released werden soll. Im Pflichtenheft steht hier die Verschlankung des Kernsystems zur Optimierung der Ladezeiten sowie die schon lange geplante Möglichkeit, Inhalte auch via Frontend zu editieren. Letzterer Punkt verspricht eine nochmalige Vereinfachung für den Endbenutzer, dieser Trend fand auch bereits Einzug in das neue TYPO3 Projekt Neos. Stärker als bei anderen CMS-Teams wird bei Joomla! auf den Diskurs mit Nutzern und Programmierern gesetzt, beispielsweise über die hauseigene Google+ Gruppe. Dadurch soll das System möglichst userfreundlich gestaltet werden können.

Fokus: Spannender Ansatz, schleppende Umsetzung

Vergangenes Jahr wurde von Avida das neue CMS „fokus“ präsentiert. Die Entwickler starteten mit großen Ansprüchen, so sollte das neue System die einfache Bedienung von WordPress mit der großen Flexibilität von TYPO3 vereinen. So richtig durchgesetzt hat sich dieses Konzept bisher jedoch noch nicht. Was sicherlich auch daran liegen mag, dass das CMS die meisten wichtigen Funktionen zwar schon im Grundsystem bietet – weitere nützliche Erweiterungen bleibt das Projekt jedoch bisher schuldig.[/vc_column_text][us_btn text=“JETZT NEWSLETTER ABONNIEREN“ align=“center“ link=“url:https%3A%2F%2Fwww.internetwarriors.de%2Fwissen%2Fnewsletter-abonnieren%2F|||“ el_class=“cta_button_blog“][vc_empty_space height=“20px“][vc_column_text]Im Store finden sich aktuell ausschließlich Zusatz-Plugins zur Einbindung von diversen Social Media Angeboten und Google Analytics. Auch existiert bisher nur eine Handvoll Templates, die sich in Aufbau und Design ziemlich ähneln. Vom selbstgesteckten Ziel der großen Variabilität ist fokus noch ein ganzes Stück weg. Das Entwicklerteam scheint es verpasst zu haben, die sehr guten Ansätze ordentlich zu vermarkten und freie Webentwickler zur Mitarbeit zu motivieren, so wie es andere CMS-Projekte tun.

So ist auch das letzte Update der Kernsoftware bereits fast 1 Jahr her. Was ziemlich schade ist, denn fokus besticht in der Bedienung eigentlich tatsächlich durch schlichte Übersichtlichkeit, schnelle Einarbeitungsmöglichkeiten und eine extrem einfache Installationsroutine – und wäre damit perfekt für Einsteiger und kleine bis mittlere Projekte.

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