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Warum Sie schema.org nutzen sollten

Sowohl Google als auch Bing stellten zusammen mit Yahoo! bereits im Juni diesen Jahres schema.org vor. Diese Möglichkeit, die Inhalte einer Website semantisch auszuzeichnen und den Suchmaschinen damit wertvolle Informationen über Struktur und Werte des Inhalts zu übergeben, findet jedoch bisher verhältnismäßig wenig Beachtung. In SEO-Blogs wird schema.org zwar thematisiert, die Umsetzung in der Praxis scheint sich bisher jedoch eher auf Ausnahmen zu beschränken. Aus SEO-Sicht ist es jedoch unbedingt ratsam, sich als Website Betreiber mit schema.org auseinanderzusetzen.

Was ist die Idee hinter schema.org?

Die semantische Auszeichnung von Inhalten ist nichts Neues und wird seit Jahren mit Hilfe verschiedener Auszeichnungssprachen umgesetzt. Um einen einheitlichen Standard zu schaffen, wurde schema.org entwickelt. Webmastern soll hiermit die Entscheidung abgenommen werden, welcher Standard verwendet werden soll. Mit Hilfe sogenannter microdata können Inhalte auf Websites mit zusätzlichen Informationen angereichert werden.

Content, der in strukturierter Form vorliegt (meist in einer Datenbank), wird auf Websites zur Darstellung für die Suchmaschinencrawler weitgehend aus seinem strukturellen Zusammenhang gerissen. Diese Struktur ohne semantische Auszeichnung zu erkennen, ist kaum fehlerfrei möglich. Durch schema.org können nun Personen, Events, Bücher, Rezepte, Artikel, Foto, Ort, Produkte, Filme und viele andere Inhalte in eine geordnete Form gebracht werden, die den Suchmaschinen hilft, die einzelnen Angaben zuzuordnen. Die vollständige Liste umfasst über 100 verschiedene Markup-Typen.

Wie funktioniert die Auszeichnung mit schema.org?

Jeder Kategorie von Daten wird durch schema.org eine Menge an Begriffen zugeordnet, die auf der jeweiligen Seite beschrieben werden und die für die Auszeichnung verwendet werden können. Dabei sind die einzelnen Kategorien hierarchisch aufgebaut, die allgemeineren Begriffe der jeweils übergeordneten Kategorie können ebenso verwendet werden wie die spezifischen. Für ein Event zum Beispiel stehen so die übergeordneten Begriffe aus der Kategorie „Thing“ Beschreibung (description), Bild (image), Name (name) und URL (url) zur Verfügung. Spezielle Begriffe sind außerdem zum Beispiel Teilnehmer (attendees), Dauer (duration), Anfangs- und Enddatum (startDate und endDate) sowie Ort (location) und Hauptakteure der Veranstaltung (performers).

schema.org-Screenshot

Um die microdata von schema.org auf der Website zu verwenden, sind die Attribute itemscope, itemtype und itemprop notwendig. Außerdem muss auf die URL der jeweiligen Kategorie verwiesen werden, zum Beispiel https://schema.org/Event. Mit Hilfe von itemscope wird die Auszeichnung eingeleitet und ein Objekt festgelegt. itemtype verweist auf die Art der Daten, zum Beispiel Event. Das Attribut itemprop dient dazu, die einzelnen Eigenschaften zuzuordnen. Im Falle eines Events könnte eine sehr vereinfachte Auszeichnung zum Beispiel lauten:

<div itemscope itemtype= https://schema.org/Event“>
<span itemprop=“name“>42. SEO-Konferenz</span>
<span itemprop=“location“>Berlin</span>
<span itemprop=“performers“>internetwarriors GmbH</span>
<span itemprop=“attendees“>Axel Zawierucha</span>
</div>

Besonders interessant ist hier, dass ich verschiedene Kategorien von Daten miteinander verknöpfen lassen. Ein Teilnehmer ist schließlich auch eine Person, die mit Hilfe der Begriffe für den Datentyp „Person“ beschrieben werden kann. Hier sind zahlreiche Verknüpfungen möglich, die auch komplexe Zusammenhänge strukturiert darstellen können. Detaillierter wird die Implementierung auf der „Getting Started“ Seite von schema.org erklärt.

Mögliche Nachteile oder Probleme

Schon das kleine Beispiel zeigt, dass der Quellcode einer Website durch microdata deutlich aufgebläht wird. Zum einen leidet die Übersichtlichkeit darunter, zum anderen bewertet ja gerade Google auch den Anteil von Content im Quellcode, sodass die Empfehlungen bisher dahin gingen, den Quelltext mit Hilfe von Maßnahmen wie CSS- und Script-Auslagerungen möglichst schlank zu halten. Hier muss vielleicht abgewogen werden, ob eine genaue Auszeichnung einen höheren Vorteil verschafft als ein schlanker Quellcode. Wahrscheinlich wird das Optimum einen Kompromiss bedeuten.

Websites, die bisher andere Standards wie RDFa einsetzen, sollen zwar weiterhin ihre Auszeichnung verwenden können, doch weist die ausdrückliche Empfehlung von schema.org darauf hin, dass sich über kurz oder lang dieser Standard durchsetzen wird. Bisher versichern sowohl Google, als auch Bing und Yahoo, dass andere Standards weiterhin unterstützt werden, es ist jedoch fraglich ob die hauseigene Auszeichnung nicht doch (zumindest langfristig) einen Vorteil verspricht.

Wer sollte schema.org nutzen?

Die Vielzahl der verschiedenen angebotenen Datenkategorien zeigen, dass schema.org für fast jede Website interessant und relevant ist. Besonders wenn eine große Anzahl an strukturierten Daten angeboten wird, ist die Verwendung ratsam. Natürlich stehen dem Fragen nach dem Aufwand der Umsetzung gegenüber. Stehen Daten bereit, die aus der Datenbank gezogen ohne großen Aufwand für die Auszeichnung verwendet werden können? Unterstützt das verwendete CMS die Implementierung von Markups? Bei eher geringem Aufwand ist die Umsetzung anzuraten, denn auch die Suchergebnisse und damit die Klickraten für die eigene Website könnten sich durch schema.org verändern.

schema.org und SEO – potenzielle Einflüsse auf das Ranking und die SERPs

Schon seit geraumer Zeit ergänzen die sogenannten „rich snippets“ die Suchergebnisse. Neben den bekannten Angaben Title, Description und URL tauchen weitere Angaben zu dem einzelnen Treffer auf – ein gutes Beispiel für die Verwendung von microdata.

Der-Hobbit-SERP

Eine Website, die ihre Daten mit Hilfe von schema.org auszeichnet, nimmt mit den zusätzlichen Angaben nicht nur mehr Platz und damit mehr Aufmerksamkeit in den Suchergebnissen in Anspruch. Der Nutzer erhält darüber hinaus detailliertere Informationen über den Treffer. Nachteilig könnte sich dies dann auswirken, wenn durch diese rich snippets die Suchanfrage schon auf der Ergebnisseite beantwortet wird, die Trefferseite also nicht mehr besucht werden muss. Für die Mehrheit der Anfragen und Websites sollte sich die detaillierte Anzeige jedoch eher auszahlen, wenn die Informationen sauber und korrekt ausgezeichnet wurden. Ob sich das Ranking durch die Verwendung von microdata tatsächlich verbessert, bleibt abzuwarten, vorstellbar ist dies auf jeden Fall.

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