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Interaktiver Content – die Zukunft des Content Marketings?

Ein neues Buzzwort geht um in der Content Marketing Welt: interaktiver Content. Anbieter solcher Content-Formate wie Aspester titulieren: „Storytelling 2.0“, „Revolutionierung von Content“, „Eine neue Form der Monetarisierung“, „Next Generation Content“ und „Maximierung Ihres User Engagement“.
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Was auf den ersten Blick verlockend klickt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung weder neu, noch als revolutionär. Interaktiver Content findet seit etlichen Jahren Anwendung. Nichtsdestotrotz bietet dieses spannende Möglichkeiten, die eigene Zielgruppe mit gut aufgearbeiteten relevanten Content zu versorgen und zu begeistern. Aber was heißt eigentlich interaktiver Content? Warum sollten Sie dieses in Ihrem Marketing-Mix mit aufnehmen? Und warum rückt es gerade jetzt verstärkt in den Fokus von Inhaltsschaffenden?

Was steckt hinter interaktiven Content?

Interaktiver Content bildet das Gegenstück zu statischen Content. Statischer oder passiver Content bezeichnet Inhalte, auf dessen Gestaltung der User keinen aktiven Einfluss nehmen kann. Der User kann diese Inhalte zwar konsumieren, aber nicht verändern. Solche Art von Content sind klassische Blogposts, Ebooks, Reportings, Grafiken, Webinare, Videos sowie Podcasts.

Blogpost ist eine klassische passive Content FormBlogposts gehören zu den klassischen passiven Content-Formen

Beim interaktiven Content muss der User dagegen selber aktiv werden und hat gewisse gestalterische Möglichkeiten. Er kann die Inhalte stückweit anpassen und den Ausgang selbstbestimmen. Beispiele hierfür sind Umfragen, Quizze, Konfiguratoren, interaktive Infografiken, Rechner sowie Beurteilungen.

Vom Problem im Netz „gehört“ zu werden

Um zu verstehen, warum interaktiver Content einen großen Aufwind erfährt, müssen wir uns das aktuelle Userverhalten näher anschauen.

Im Netz wird es langsam voll. Die Zeiten, bei der das Veröffentlichen eines Blogartikels und Posten eines Links auf Social Media Plattformen ausreicht, um die Zielgruppe zu erreichen, sind vorbei. Dies hat wesentlich mit der Fülle der im Netz verfügbaren Inhalte zu tun. Die im Internet bereitgestellten und kostenlosen Inhalte nehmen rasant zu. Gegenwärtig werden jeden Tag 27 Millionen einzelne Texte, Bilder, Audios und Videos ins Internet gestellt und auf diversen Kanäle promotet, Tendenz stark steigend. Dies ist eine Menge Content, der darauf wartet, konsumiert zu werden.

Studien zeigen, dass sich die User zunehmend gestresst fühlen. Unzählige neue Tweets und Facebook-Posts müssen durchgegangen, Bildern und Videos angeschaut, Blogartikel gelesen und neue Podcast angehört werden. Vergebens versucht der User mit all diesen Inhalten Schritt zu halten. Statt Motivation macht sich Überforderung breit. Die User befinden sich im Content Shock.

Die Folge ist, dass Unternehmen es immer schwerer haben, die eigene Zielgruppe in ausreichendem Maße zu erreichen. Auch wird diese wahrscheinlich nicht mehr so begeistert von neuen Inhalten sein, wie Sie es gerne hätten. Auch wenn Ihre Zielgruppe den neuen Blogpost, Bild, Video oder Podcast-Folge mögen, ist es dennoch abzusehen, dass die User nach dem Konsum nicht weiter mit diesem interagieren oder auf sozialen Netzwerken mit ihrer Community teilen. Dazu kommt Ihre Zielgruppe gar nicht. Längst sind sie von neuerem und vielversprechenderem Content abgelenkt.

Doch was sind die Gründe für die kurze Aufmerksamkeitsspanne der Zielgruppe? Hier sind zwei Probleme zu erkennen. Das erste Problem liegt an dem Userverhalten. Der User geht seine Social Media Kanäle oder externen Blogs in einer rasenden Geschwindigkeit durch und öffnet die ihm interessant erscheinenden Links mittels der „Link in einem neuen Tab öffnen“-Funktion. Nach und nach werden die Inhalte durchgegangen. Ist ein Link durchgearbeitet, geht es sofort weiter zum Nächsten.

Das zweite große Problem ergibt sich direkt aus dem Content. Dieser ist in den wenigsten Fällen innovativ. Bei genauem Blick fällt auf, dass sich viele Artikel, Ebook, Infografiken, Videos und Podcasts inhaltlich und teilweise optisch stark ähneln. Gerade bei mit Content übersättigten Märkten lesen, hören und sehen die User ständig die gleichen Inhalte. Spätestens nach dem dritten Artikel mit wenig neuen Inhalten fühlen sich die User gelangweilt und/oder genervt.

Der positive Effekt vom interaktiven Content

Halten wir fest: Wenn Sie Ihre Zielgruppe erreichen möchten, dann müssen Sie innovativ sein, um aus der Masse an Konkurrenzangeboten positiv herauszustechen. Interaktiver Content bietet hier eine gute Möglichkeit. Im Folgenden zeigen wir Ihnen einige positive Effekte auf.

Interaktiver Content erfüllt die Bedürfnisse der User

Untersuchungen zeigen, dass 91 Prozent der befragten User interaktiven Content vor statischen Inhalten bevorzugen. Auch 88 Prozent der befragten Online Marketer sind sich einig, dass interaktiver Content ein sehr gutes Werkzeug zur nachhaltigen Brandwirkung darstellt. Lediglich 55 Prozent sprechen diesem Effekt auch passiven Content zu. Das gleiche gilt für die Fähigkeit, Leads zu Kunden zu konvertieren. Hier beträgt das Verhältnis 70/36.

Interaktiver Content verspricht dynamisches Storytelling

Ein Aspekt vereint alle erfolgreichen Content-Formen der letzten Jahre: das Vorhandensein einer Story. Dies ist auch beim interaktiven Content der Fall. Das Storytelling beinhaltet nun eine neue Komponente: Dynamik. Statt linear aufbereiteter Content mit einem festgelegten Anfang und Ende, ist interaktiver Content flexibel und dynamisch gestaltet. Anstelle des reinen Konsums eines nicht veränderbaren Mediums, kann der User direkten Einfluss nehmen. Natürlich gibt es innerhalb dieses Content-Formats verschiedene Stufen der Interaktion. Animierte Grafiken beispielsweise bieten eine weitaus geringere Interaktionsmöglichkeit als Quizze oder Hyperfiction. Generell liegt die Interaktion aber immer höher als bei passiven Content-Formaten.

Interaktiver Content ist SEO-relevant

Viele Unternehmen und Online Marketing Manager scheuen sich bislang, interaktiven Content zu erstellen. Hier herrscht die Sorge, dass dieser für Suchmaschinen aufgrund seiner dynamisch eingebundenen Inhalte nicht les- und folglich indexierbar ist und damit keinen Einfluss auf die Bewertung von Webseiten nehmen kann – im schlechtesten Fall sogar zur Abwertung führt.

Dass Suchmaschinen diese Art von Content bislang nicht lesen und indexieren können, ist korrekt. Die Befürchtung ist dennoch unbegründet. Suchmaschinen allen voran Google bewerten eine Webseite inhaltlich nicht ausschließlich anhand der Menge an „lesbaren“ Texten. Im Fokus steht vielmehr die Interaktion zwischen User und Webseiteninhalt.
Damit Suchmaschinen weiterhin für die User relevant bleiben, versuchen sie dafür Sorge zu tragen, dass sie für jeden einzelnen User die relevantesten Suchergebnisse ausspielen. Aus diesem Grund schauen sie gezielt auf das entsprechende User Engagement. Wie lange ist der User auf der Webseite? Wie viel Prozent der Webseite hat sich dieser angeschaut? Folgt er internen Links und wenn ja welchen? Ist die Webseite aktiv geöffnet? Das alles sind Kriterien, die wesentlich in die Webseitenbewertung mit eingehen.

Ein Blick auf Google zeigt, dass zahlreiche Top-Suchergebnisse nicht SEO-optimiert sind. Seitentitel sind zwar vorhanden, jedoch nicht nach SEO-Gesichtspunkten gestalten. Spezielle Meta-Descriptions fehlen. Nichtsdestotrotz haben diese Seite eine sehr hohe Engagement- und Social-Share-Rate.

Darstellung der verschiedenen Sharebuttons der Social Media PlattformenDie Share-Rate der interaktiven Infografik „In Flight: see the planes in the sky right now“ von The Guardian.

Darstellung Shares und Comments von einem BeispielartikelDie Share-Rate des Artikel: “When it comes to airport, small is beautiful” von The Guardian.

Dies veranschaulicht die Macht des userrelevanten Contents auf eindrucksvolle Weise. Gurt gemachter interaktiver Content vermag es, das User Engagement über alle Geräte hinweg positiv zu beeinflussen. Dies wird von Google und Co. natürlich registriert und positiv bewertet. Die Relevanz der Webseiteninhalte ist bei Google das wichtigste Kriterium. Webseiten, die die Bedürfnisse der User erfüllen und zu fesseln vermag, werden als bedeutend betrachtet, selbst wenn diese nicht SEO-optimiert sind.

Interaktiver Content erfüllt die Bedürfnisse nach Individualität

Individualität ist ein zentrales Bedürfnis des Menschen. Nicht umsonst ist das Thema äußeres Erscheinungsbild eines der profitabelsten Wirtschaftsbereiche. Interaktiver Content kann das Bedürfnis nach Individualität auf zweierlei Weise erfüllen. Zum einen ist die Handhabung individuell. Die Fragen einer Umfrage, eines Persönlichkeitstest, eines Quiz werden unterschiedlich beantwortet. Zum anderen erhält der User ein individuelles Endergebnis in Form von konkreten Tipps, Produkte und Lösungsvorschlägen. Beides gibt den User ein gutes Gefühl. Er fühlt sich als Individuum angesprochen.

Interaktiver Content ist Unterhaltung

Nicht zuletzt verspricht interaktiver Content Unterhaltung. Jeder Mensch quizzt gerne und hat das Verlangen, sein Wissen zu testen und eigene Meinung zu äußern. All das vermag diese Form des Contents sehr gut.

Fazit

Interaktiver Content bietet Ihnen sehr gute Möglichkeiten, Ihre Zielgruppe anzusprechen und mit relevanten Inhalten zu begeistern. Geschickt auf Ihre Webseite eingebaut, kann dieses Content-Format beim Branding-Aufbau, Reichweiten-Generierung und Conversion Optimierung sehr gut unterstützen.

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